München 2007. Mein erster Marathon.

In jenem Frühjahr begonnen, jeden Kilometer zu dokumentieren – 2.400 an der Zahl. Und trotzdem hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet.

Ich bin viel zu langsam angegangen... vorsichtig... kontrolliert... Wie jemand, der den Respekt vor der Strecke mit Zurückhaltung verwechselt.

Ab der Hälfte wurde mir klar: Da geht mehr, viel mehr.

Was folgte, war ein nahezu unkontrollierter Sprint über die zweite Hälfte: alles raus, keine Taktik, nur Instinkt.
Am Ende 3:24 — eine Zeit, die erfahrene Läufer belächeln mögen. Für mich war sie alles.

Nicht, weil sie „gut" war. Sondern weil ich es getan hatte, ohne zu wissen, ob ich es schaffe.

So fühlt es sich an, wenn du etwas tust, auf das dich niemand vorbereiten konnte – auch 2.400 Trainingskilometer nicht.

Der 27. Januar 2025

Am 27. Januar 2025 saß ich mit Wolfgang zusammen. Er kam direkt aus einer Besprechung mit dem Geschäftsführer unseres Kunden.
Die Nachricht: Unser Warenwirtschaftssystem wird durch SAP abgelöst.

Nicht sofort. Das Ende war allerdings absehbar... und ernst zu nehmen.

Wir haben die Situation analysiert. Nüchtern, sachlich.
Zwei Wochen zuvor hatte ich zum ersten Mal bewussten Kontakt mit KI. Zwei Wochen.
Keine Ausbildung, keine Zertifizierung, kein Netzwerk – lediglich eine Ahnung.

Ich habe Wolfgang vorgeschlagen, diesen Weg zu gehen.
30 Jahre Erfahrung in Softwareentwicklung, 15 Jahre Gymnasiallehrer.
Und dann dieser Moment, in dem du etwas vorschlägst, von dem du selbst noch nicht weißt, ob du es kannst.

Wie in München...
Und dann bin ich losgelaufen...

Der Weg

6 Ausbildungen in 12 Monaten, 3 TÜV-Zertifizierungen. Ein eigenes Produkt. Eine Partnerschaft.

War all das nötig? War es zu viel?

Möglicherweise. Vermutlich sogar.
Wie 2.400 Kilometer Training für einen Marathon, von dem ich nicht wusste, ob ich ihn ins Ziel bringen würde.

Doch genau das ist es: Du weißt vorher nicht, welcher Kilometer der entscheidende war.
Du spürst nur, dass du...
jeden...
einzelnen...
gelaufen bist.