Ich habe gerade mein Auto abgegeben.
Nicht zum ersten Mal.
Vor 20 Jahren war ich bereits einmal ohne — und ich habe es nie als Verzicht erlebt.
Geschichte
2006. Ich wohne mitten in der Stadt. Autofahren in der Stadt ist für mich schlicht Unsinn — Parkplatzsuche, Stau, Kosten. Warum?
Kein Auto. Kein Parkplatz. Kein Wertverlust, der still vor der Tür wartet.
Ich war mobil — nur anders als erwartet.
Ab 2019 kommt das Rad als tägliches Arbeitsmittel dazu. Je nach Wohnort zwischen 45 und 52 Kilometer zum Kunden. Heute sind es noch 18. Diese Zeit gehört mir. Nicht dem Kalender, nicht dem Telefon. Psycho-Hygiene, die ich nicht mehr eintauschen möchte.
Ab 2020 änderten sich die Lebensumstände. Ein eigenes Fahrzeug war wieder nötig. Also zurück ins System: Versicherung, Werkstatt, TÜV, Sprit.
Jetzt, 2026, steige ich wieder aus.
Die Gründe sind nüchtern: Der Straßenverkehr ist messbar schlechter geworden. Baustellen, die seit Jahren dieselben sind. Spritpreise, die ich nicht mehr kommentieren möchte. Und die ehrliche Erkenntnis — ich fahre lieber Bahn. Oder Fahrrad.
Das Auto stand öfter als es fuhr.
Was mich daran beschäftigt, ist nicht das Auto.
Es ist das Muster dahinter.
Wir halten Ressourcen vor, weil wir sie vielleicht brauchen könnten. Das eigene Fahrzeug. Das eigene Serviceteam. Die eigene Telefonleitung mit eigenem Personal.
Stets verfügbar. Stets bezahlt. Auch wenn gerade nichts läuft.
Genau das erlebe ich in Gesprächen mit E-Commerce-Händlern. Ein Team, das Standardanfragen bearbeitet — Lieferstatus, Retouren, Öffnungszeiten. Nicht weil es komplex wäre, sondern weil jemand ans Telefon gehen muss.
Das ist das Auto-Prinzip im Kundenservice: Fixkosten für Verfügbarkeit, unabhängig davon, ob die Kapazität tatsächlich gebraucht wird.
VAaaS dreht dieses Prinzip um. Kein eigenes Team vorhalten. Nutzung statt Vorhaltung.
Ob das der richtige Ansatz ist, hängt vom Unternehmen ab — so wie Carsharing nicht für jeden passt.
Aber die Frage lohnt sich: Was halte ich vor, das ich eigentlich nur nutzen müsste?